Verrückt oder verrückend?

Yoga biegt nicht nur den Körper gerade, sondern rückt zudem fast unmerklich unser Leben zurecht – dank der Jahrtausende alten Yoga Philosophie, die sich auch im Hier und Jetzt wunderbar modern anfühlt.

Der erste Schritt auf die Matte hat oft profane Gründe. Ob Gewicht, Stress, Rückenschmerzen oder Schlafstörungen – meist will man etwas loswerden. Viele Neu-Yogis schlafen aber nach einer Weile nicht nur besser ein, sondern wachen vor allem auf. Denn das ist das wahre Erfolgsgeheimnis: Yoga vermag es, jeden Einzelnen am Schlafittchen seines Lebens zu packen und ein wenig wachzurütteln. Das macht die ungeheure Wirkung aus, die weit über das Körperliche hinausgeht.

Yoga überzeugt uns, ohne überzeugen zu wollen. Es spricht zu uns, ohne überreden zu wollen. Es rückt uns zurecht, ohne uns verbiegen zu wollen. Es ist ein Wegweiser, ohne uns eine Richtung vorgeben zu wollen. Yoga ist ein Erfahrungsweg – will man ihn erleben, muss man ihn gehen und seine eigenen Erfahrungen auf der Matte machen. Sich selber überzeugen, überreden, zurechtrücken, die eigene Richtung finden.

Yoga rückt uns zurecht, ohne uns verbiegen zu wollen

Man muss es am eigenen Körper spüren, wie das Leben größer wird, wenn man den kleinen Raum auf der Matte erobert. Wie sich Sichtweisen verändern, wenn man die Welt im Kopfstand aus einer neuen Perspektive betrachtet. Wie sich die Achtsamkeit ins Denken schleicht, wenn man bewusster mit dem eigenen Körper umgeht. Wie lebendig sich das Leben anfühlt, wenn man sich einen uralten Wissensschatz aneignet.

Denn hinter dem Trio aus Asanas, Atemübungen und Meditation verbirgt sich die uralte, aber zeitlose Yoga Philosophie. Liest man in den Yoga-Sutren – eine Sammlung von Sanskrit-Lehrsätzen des indischen Gelehrten Patanjali – ist man erstaunt, wie treffend ein 2.000 Jahre altes Buch das heutige Leben beschreiben kann. Der banale Grund: Die Probleme des Mensch-Seins haben sich seit damals anscheinend kaum geändert. Nur die Stressoren sind heute andere.

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