Yoga-Atmung: Die perfekte Welle

Ob Krieger, Kobra oder Katze – die Yoga Atmung namens Ujjayi hilft dir mit einem leisen Rauschen mit jeder Ein- und Ausatmung durch deine Yoga-Praxis. Und wenn du glaubst, du stehst dabei am Meer, liegst du damit gar nicht so falsch.

Stell’ dir vor, du stehst am Meer. Lauschst den Wellen, die gleichmäßig und unaufhaltsam an den Strand rauschen und sich ebenso wieder ins Meer zurückziehen – ein natürlicher Rhythmus des Kommens und Gehens. Genauso natürlich solltest du beim Yoga atmen. Wie eine Welle, die sanft in deine Lunge hinein- und herausströmt, fließt dein Atem gleichmäßig, ruhig und tief ohne Stocken. Ziehe die Atemphasen bewusst in die Länge, als ob du die Meeresluft tief einsaugen möchtest. Mit der Einatmung frische Energie aufnehmen, mit der Ausatmung schlechte Energie und Ballast loswerden.

Lasse nun bei der Ausatmung das Meeresrauschen mit einem lang gezogenen „Haaa“ in deiner Kehle ertönen – als ob du einen Spiegel anhauchst. Dann den Mund schließen und das „Haaa“ genauso weiter rauschen lassen. Entspannt durch die Nase ein- und ausatmen. Lasse den Meeresrauschen-Atem, der Ujjayi genannt wird (und als Uddschai ausgesprochen wird) – sowohl bei der Ein- als auch bei der Ausatmung leise hörbar werden. Beim Einatmen die Lunge von unten nach oben mit Luft füllen. Zuerst in den Bauch atmen, dann hebt sich der Brustkorb und als letztes die Schlüsselbeine. Die Ausatmung erfolgt in umgekehrter Reihenfolge.

Der Meeresrauschen-Atem (beg)leitet dich durch deine Praxis

Praktiziere diese langsame Atemtechnik während des gesamten Übens – nur beim Meditieren und der Schlussentspannung nicht. Der eigene Atem ist Tempomacher für die Asanas – Bewegung und Atem werden synchronisiert. Manchmal werden die Übungen für eine bestimmte Zahl von Atemzügen statisch gehalten oder mit der Yoga Atmung in einer fließenden Bewegungsabfolge durchgeführt – mit jeder Ein- und Ausatmung erfolgt eine Bewegung. In manchen Stellungen sollst du mit der Einatmung die Wirbelsäule aufrichten und mit der Ausatmung die Asana vertiefen, also z. B. tiefer in die Dehnung gehen.

Der Ujjayi-Atem vertieft die meist zu flache Alltags-Atmung, lässt die Lebensenergie – Prana genannt – frei strömen, versorgt deinen Körper mit Sauerstoff, bringt Körper und Geist in Einklang und beruhigt die Gedanken. Außerdem erzeugt er Hitze im Körper und löst dadurch Verspannungen. Stelle dir beim „Haaa“ vor, du atmest in diese verspannten Körperbereiche hinein, um sie mit deiner Ausatmung zu lösen. Tipp: Falls du beim Üben gedanklich auscheckst oder der Atem verflacht – per Ujjayi kannst du dich ganz auf die Matte zurückholen. Bei den Entspannungshaltungen hilft die Konzentration auf die Atmung dabei, ruhig zu werden.

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